Zahnmedizin muss Bestandteil der Gesetzlichen Krankenversicherung bleiben

Ausgrenzung gefährdet die allgemeine Gesundheit und erhöht die Kosten im System 

Aktuell gibt es Stimmen, die die zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausgrenzen wollen, um angeblich Kosten zu sparen. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Niedersachsen (KZVN) stellt sich vehement gegen diesen Gedanken. Ebenso wie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) sieht sie die flächendeckende, wohnortnahe und qualitativ hochwertige vertragszahnärztliche Versorgung als essentielle Säule der Daseinsvorsorge an, die zwingend fester Bestandteil des GKV-Leistungskatalogs bleiben muss.

Die Zahnmedizin sorgt zuverlässig für die Aufrechterhaltung der Mund- und Allgemeingesundheit der Bevölkerung und festigt darüber hinaus auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in unseren Sozialstaat.

Eine Ausgrenzung würde das Solidarprinzip der GKV untergraben und hätte neben einer sinkenden Inanspruchnahme zahnärztlicher Behandlungen auch ein verheerendes Absinken der Vorsorgemaßnahmen zur Folge. Dadurch würden die auch von der Politik immer wieder anerkannten Präventionserfolge der Zahnmedizin der vergangenen Jahrzehnte wieder zunichte gemacht, stellt der Vorsitzende des Vorstandes der KZVN, Dr. Jürgen Hadenfeldt, fest und fügt hinzu: „Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) stellt erneut eindrucksvoll unter Beweis, dass sich die zahnärztliche Versorgung im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau bewegt“.

Bei Ausgrenzung der zahnmedizinischen Leistungen würden Personen mit geringem Einkommen zwangsläufig vor die Entscheidung gestellt werden, ihr verfügbares Einkommen entweder für eine notwendige zahnärztliche Behandlung oder für ein anderes essentielles Gut einzusetzen. Das wäre in hohem Maße unsozial.

Da die Ausgaben für zahnmedizinische Behandlungen einschließlich Zahnersatz gerade einmal 5,6 % der Gesamtausgaben der GKV ausmachen, ist der Hinweis auf eine spürbare Entlastung der GKV-Finanzen eine Mogelpackung. Im Gegenteil! Da unterlassene Behandlungen viele Allgemeinerkrankungen (Herzerkrankungen, Diabetes usw.) begünstigen und fatale gesundheitliche Folgen hätten, würden die Folgekosten für allgemeinmedizinische Behandlungen eher steigen, ist sich Dr. Hadenfeldt sicher.